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Ein umfassender Leitfaden zur Herstellung und zum Design von Brillenformen

2026-01-14

In der Welt der Brillen ist das Endprodukt – die elegante Fassung auf dem Gesicht – der sichtbare Höhepunkt eines tiefgreifenden technischen und grundlegenden Prozesses: der Formenherstellung. Bevor eine Acetatplatte gepresst oder ein TR90-Granulat eingespritzt wird, bestimmt die Herstellung einer präzisen, langlebigen und oft komplexen Form die Designfreiheit, die Qualität und die Fertigungseffizienz der gesamten Kollektion. Diese entscheidende Phase, die die Herstellung von Brillenformen, das Design von optischen Fassungsformen, die Produktion von Acetat-Brillenformen, die Entwicklung von Formen für individuelle Brillen und die Fertigung von TR90-Fassungen umfasst, ist der unbesungene Held der Branche. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in dieses Spezialgebiet und verdeutlicht, wie Formen nicht nur Kunststoff und Harz prägen, sondern auch die Grenzen von Mode und Funktion in der Brillenmode definieren.

Eyewear mold manufacturing

Teil 1: Der grundlegende Entwurf – Design der optischen Rahmenform

Die Entstehung einer Gussform beginnt nicht in der Werkstatt eines Werkzeugmachers, sondern im digitalen Bereich der Konstruktion und Entwicklung. Die Konstruktion von Gussformen für optische Brillenfassungen ist eine anspruchsvolle Disziplin, die ein 3D-CAD-Modell einer Brillenfassung in ein funktionales Werkzeug umsetzt, mit dem sich identische Teile in Serie fertigen lassen.

Dieser Prozess ist weitaus komplexer als die einfache Herstellung einer Negativform des Rahmens. Konstrukteure müssen Folgendes berücksichtigen:

• Materialschrumpfung: Unterschiedliche Materialien schrumpfen beim Abkühlen unterschiedlich stark. Acetat und TR90 weisen deutliche Schrumpfungsfaktoren auf (typischerweise 0,3–0,8 %). Um dies auszugleichen, muss der Formhohlraum bewusst größer dimensioniert werden, damit die Abmessungen des Endprodukts nach dem Abkühlen den ursprünglichen Konstruktionsvorgaben entsprechen.

• Entformungsschrägen: Alle vertikalen Flächen der Konstruktion müssen eine leichte Entformungsschräge aufweisen. Dadurch lässt sich das erstarrte Rahmenbauteil sauber und ohne Kratzer oder Anhaften aus der Form entnehmen. Unzureichende Entformungsschräge ist eine Hauptursache für Produktionsfehler und Formschäden.

• Trennlinien: Der Konstrukteur muss die optimale Ebene bestimmen, auf der die beiden Formhälften aufeinandertreffen. Ziel ist es, diese Trennlinie so zu platzieren, dass sie am Endprodukt möglichst unauffällig ist, oft entlang der natürlichen Kontur der Rahmenkante.

• Anguss und Entlüftung: Die Konstruktion muss Kanäle (Angüsse) für den Zufluss des geschmolzenen Materials in den Hohlraum und Entlüftungsöffnungen für den Luftaustritt vorsehen. Die Position des Angusses beeinflusst den Materialfluss und kann die strukturelle Integrität und die Oberflächenbeschaffenheit der Rahmenfront oder des Bügels beeinträchtigen.

• Formfüllanalyse: Eine fortschrittliche Software simuliert, wie das geschmolzene Material den Formhohlraum füllt und identifiziert potenzielle Probleme wie Lufteinschlüsse, Schweißnähte (wo zwei Fließfronten aufeinandertreffen und eine potenzielle Schwachstelle bilden) und ungleichmäßige Abkühlung. Diese virtuelle Prototypenerstellung ist unerlässlich für die Entwicklung von Formen für kundenspezifische Brillen und verhindert kostspielige Nachbesserungen an der physischen Stahlform.

Ein makelloses Design für optische Rahmenformen bringt ästhetische Ansprüche mit den unerbittlichen physikalischen Gesetzen des Spritzgießens in Einklang und schafft so die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Herstellung von Brillenformen.

Teil 2: Die Kunst des Stahls: Herstellungsverfahren für Brillenformen

Die Herstellung von Brillenformen bezeichnet die physische Fertigung des Werkzeugs, typischerweise aus hochwertigem, gehärtetem Stahl oder Aluminium. Die erforderliche Präzision ist außerordentlich hoch und erreicht oft Toleranzen von ±0,005 mm oder besser, da jede Unregelmäßigkeit in der Form auf jedes einzelne gefertigte Teil übertragen wird.

Zu den Kernprozessen gehören:

1. CNC-Bearbeitung: Sie ist der Grundstein des modernen Formenbaus. Anhand digitaler Konstruktionsdateien fertigen computergesteuerte Mehrachsen-Fräsmaschinen präzise die Kern- und Kavitätsblöcke aus massivem Stahl. Die Komplexität von Brillenkonstruktionen – mit Hinterschneidungen, filigranen Oberflächenstrukturen und dünnen Wandstärken – erfordert modernste 5-Achs-CNC-Maschinen.

2. Funkenerosion (EDM): Für feinste Details, scharfe Innenkanten oder komplexe Geometrien, die mit Fräswerkzeugen schwer zu bearbeiten sind, kommt die Funkenerosion zum Einsatz. Bei diesem Verfahren wird der Stahl mithilfe elektrischer Funken mit höchster Präzision in die gewünschte Form abgetragen.

3. Texturierung und Politur: Die Oberflächenbeschaffenheit der Form beeinflusst direkt die Oberfläche des Rahmens. Eine hochglanzpolierte Kavität ergibt einen glänzenden Rahmen, während eine strukturierte Kavität (erzeugt durch chemisches Ätzen oder Lasergravur) matte, genarbte oder gemusterte Oberflächen ermöglicht. Für die Herstellung von Acetat-Brillenformen sind hochglanzpolierte Oberflächen entscheidend, um den tiefen, reflektierenden Glanz zu erzielen, der für hochwertiges Celluloseacetat typisch ist.

4. Härten und Beschichten: Der Formstahl wird einer Wärmebehandlung unterzogen, um seine Oberflächenhärte zu erhöhen und ihn widerstandsfähiger gegen den abrasiven Verschleiß durch Tausende von Spritzgießzyklen zu machen. Moderne Beschichtungen wie Titannitrid (TiN) können die Haltbarkeit, Korrosionsbeständigkeit und Trenneigenschaften weiter verbessern.

Teil 3: Materialspezifische Beherrschung: Herstellung von Acetat- und TR90-Formen

Während die Grundprinzipien der Formenherstellung gleich bleiben, erfordern die spezifischen Anforderungen an die verschiedenen Rahmenmaterialien spezialisierte Vorgehensweisen bei der Herstellung von Acetat-Brillenformen und der Fertigung von TR90-Rahmenformen.

Für die Herstellung von Acetat-Brillenformen:

Celluloseacetat wird nicht wie Thermoplaste als reine Schmelze eingespritzt. Das Verfahren beinhaltet häufig das Pressen vorgefertigter Acetatplatten oder das Einspritzen einer Acetatmasse. Die Formen müssen daher besonders robust sein, um dem hohen Druck standzuhalten.

• Temperaturkontrolle: Präzise Kühlkanäle sind entscheidend. Acetat erfordert ein spezifisches Wärmemanagement, um ohne innere Spannungen oder Verformungen richtig auszuhärten.

• Hochglanzpoliert: Wie bereits erwähnt, muss die Fassung spiegelpoliert werden, um den charakteristischen Glanz von Acetat zu erzielen. Selbst kleinste Unebenheiten sind am fertigen Rahmen sichtbar.

• Fokus auf Langlebigkeit: Aufgrund des Drucks und der Beschaffenheit des Materials werden Formen für Acetat auf extreme Langlebigkeit ausgelegt und bestehen häufig aus korrosionsbeständigen Stählen höchster Güte.

Für die Herstellung der TR90-Rahmenform:

TR90 (Grilamid) ist ein flexibler, leichter, auf Nylon basierender thermoplastischer Kunststoff, der im geschmolzenen Zustand eingespritzt wird. Seine Werkzeuganforderungen sind speziell.

• Fokus auf Fließverhalten: Die Fließeigenschaften von TR90 unterscheiden sich von denen von Acetat. Das Formdesign priorisiert ein gleichmäßiges, laminares Fließverhalten, um dünne, flexible Bügelabschnitte ohne sichtbare Abdrücke zu füllen.

• Kühlung für Kristallinität: Die Abkühlgeschwindigkeit beeinflusst die endgültige Kristallinität und damit die Flexibilität und Festigkeit des TR90-Bauteils. Die Werkzeugkonstruktion beinhaltet optimierte Kühlkanäle, um gleichbleibende Materialeigenschaften zu gewährleisten.

• Auswerfen flexibler Teile: Das verformungsfreie Auswerfen flexibler TR90-Teile erfordert sorgfältig platzierte und dimensionierte Auswerferstifte. Die Konstruktion der Form für den optischen Rahmen muss die Neigung des Teils zum Biegen oder Verkleben berücksichtigen.

Teil 4: Markenidentität schaffen: Entwicklung kundenspezifischer Brillenformen

Für Marken, die sich differenzieren möchten, ist die Entwicklung individueller Brillenformen der Schlüssel zu einzigartigem geistigem Eigentum. Es handelt sich um einen kollaborativen, iterativen Prozess zwischen den Designern der Marke und dem Formenbauteam.

Der Prozess umfasst Folgendes:

• Machbarkeitsstudie: Beurteilung, ob ein gewagtes Design erfolgreich in Form gebracht werden kann, unter Berücksichtigung der Wandstärkengleichmäßigkeit, der Entformungsschrägen für Hinterschnitte und der Machbarkeit der Herstellung der erforderlichen Formmechanismen (wie Schieber oder Auswerfer für komplexe Geometrien).

• Prototyp und Test: Oft wird zunächst eine Prototypenform mit einer Kavität entwickelt. Dies ermöglicht es, Design, Passgenauigkeit und Materialeigenschaften mit geringeren Anfangsinvestitionen zu testen, bevor man sich für eine vollständige Produktionsform mit mehreren Kavitäten entscheidet.

• Mehrkavitäten-Produktionsformen: Nach der finalen Freigabe wird die Produktionsform gefertigt. Eine einzelne Form kann 2, 4, 8 oder mehr Kavitäten (Abdrücke des Rahmenteils) enthalten, wodurch die Produktionsmenge deutlich erhöht wird. Die Präzision bei der Herstellung identischer Kavitäten ist für die gleichbleibende Qualität bei der Serienfertigung von Brillenformen von entscheidender Bedeutung.

Teil 5: Die Konvergenz: Von der Form zum fertigen Rahmen

Die fertige Form wird in eine Spritzgießmaschine eingesetzt. Bei Acetat oder TR90 wird das Material erhitzt, unter hohem Druck in den Formhohlraum eingespritzt, abgekühlt und als Rohling für den Rahmen – Front oder Bügel – ausgeworfen. Hier zahlt sich die Investition in erstklassiges Design und Fertigung von Brillenformen aus, da die Teile nur minimale Nachbearbeitung benötigen.

Anschließend durchlaufen die Komponenten die Endbearbeitung: Trommelpolieren, Einsetzen der Scharniere und Montage. Die durch eine hochwertige Form erzielte Präzision reduziert Ausschuss, verbessert die Montageeffizienz und gewährleistet, dass das Endprodukt perfekt der Markenvision entspricht – unabhängig davon, ob es aus der spezialisierten Acetat-Brillenformenproduktion oder der flexiblen TR90-Rahmenformherstellung stammt.

Fazit: Die Form als strategisches Gut

Letztendlich ist die Form nicht nur ein Werkzeug, sondern ein kapitalintensives, präzisionsgefertigtes Produkt, das die Design-DNA einer Marke verkörpert. Die Prozesse der Brillenformenherstellung, basierend auf fundiertem Fachwissen im Bereich der optischen Rahmenformen, sind entscheidend für ästhetische Innovation und skalierbare Fertigung. Ob es um die klassische Eleganz der Acetat-Brillenformenproduktion oder die Hightech-Performance der TR90-Rahmenformenherstellung geht – die Form bestimmt die Qualität vom ersten Schuss an.

Die Investition in die Entwicklung anspruchsvoller Formen für maßgefertigte Brillen ist daher eine strategische Entscheidung. Sie schützt firmeneigene Designs, sichert eine langfristige Produktionskonstanz und schafft die Grundlage, um schnell und qualitativ hochwertig auf Markttrends reagieren zu können. Im Gefüge eines Brillenherstellers ist die Formenfertigung das Herzstück, und ihr Produkt – die perfekte, reproduzierbare Komponente – ist das Lebenselixier der Branche.